II. „Sei mein Held!“ – Das Thema der Werktage 11/12

„Man redet über Helden, man verehrt sie, aber man fragt sich selten: Warum sind sie überhaupt da und vor allem, warum verehrt man sie?“
Christian Buder, Autor

Die WERKTAGE 11/12 laden dazu ein, unseren HeldInnen auf den Zahn zu fühlen, diejenigen zu hinterfragen, die einen im Leben geprägt haben oder zu überprüfen, an wem wir uns heutzutage noch wirklich orientieren. Welche Rolle spielen HeldInnen in unserem Zusammenleben? Brauchen wir die heutzutage überhaupt noch? Was erwarten wir von einem Held, von einer Heldin? Was ist eigentlich vorbildlich? Will oder muss man selber Vorbild sein? Imitieren wir am Ende dauernd jemanden, ohne es zu merken? Zählt in unserer Welt nur noch das „Besondere“? Ist das „Besondere“ schon das Heldenhafte? Und wird das Besondere nicht irgendwann normal und banal, wenn es ständig produziert wird? Hilft da vielleicht nur noch der Heldentod?

„Sei mein Held!“ – ein Motto, das genügend Stoffe fürs Theater bietet: Sei es die Neuinterpretation einer literarischen Vorlage oder ein Projekt, das sich sehr persönlich mit dem eigenen Vorbildbegriff auseinandersetzt, oder aber auch ein Theaterabend, der sich ganz einem künstlerischen Idol widmet , bis hin zum trashigen Superhelden-Epos ist uns alles gleich willkommen. Die Bandbreite reicht vom ironischen Umgang mit dem Thema bis hin zum berührenden. Alles ist möglich – Hauptsache, es ist heldenhaft.

„Ohne Helden, d. h. ohne die gemeinschaftlich lizenzierte Möglichkeit, durch außergewöhnliche Taten Held zu werden und ohne eine solide Erzählung, die genau dies zum Thema hat, gibt es kein hinreichendes Kohärenzschema für das Zusammenleben von Menschen.“
Christian Schneider