“Die 90 Minuten ohne Pause dauernde Wirtschafts- und Gesellschaftssatire ist gleichermaßen komisch wie grausam. Schwarzer Humor? Nein. Was hier geboten wird, ist nur allzu realistisch und stellt Brecht mit seinen poetischen, politisch aber oft allzu plakativen Lehrstücken über Ökonomie weit in den Schatten. Die Aufführung verzichtet jedoch auch auf die Zeigefingermoral vieler heutiger Wirtschaftssatiren. Muschol hat sich mit dem Thema wirklich gründlich befasst. (...) Der Text ist großartig, die Aufführung witzig, das Ensemble erweist sich als typengerecht besetzt und wunderbar vorbereitet.”
DIE PRESSE

“Umstritten, aber stark (…) Die neueste Produktion des TAG sorgt für einige Aufregung. Das Stück sei gar kein antirassistisches Statement, und wenn doch, dann nicht scharf genug, und wenn doch, dann sei es jedenfalls lustig, und im Kontext von Rassismus sei Lachen nicht erlaubt, nie! (…) Das Ensemble spielt (und singt) erstklassig, die Regie ist dicht, man lacht und schämt sich im nächsten Moment fast dafür.”
KURIER

“Rassistisch, weil Blackfacing? ‘Weiße Neger sagt man nicht’ polarisiert die Theaterwelt. (…) Der Vorwurf geht nicht auf, doch auch tiefgründige Diskussion ist hier nicht zu erwarten. (…) Die souveränen Spieler brechen mit Erwartungn und zeigen eine Groteske mit überraschenden Wendungen nach dem Motto: Wer ist hier der Boss?”
DER FALTER

“Talisman-Überschreibung als provokantes Spiel mit Klischees (…) Der unreine Reiztitel ist einer spannenden Studie über die Jeder-
frisst-jeden-Brutalität in Assessment-Centern übergestülpt.”
WIENER ZEITUNG

“In Johann Nestroys ‘Der Talisman’ werden Menschen wegen ihrer knallroten Haarfarbe diskriminiert. Heutige Borniertheit tarnt sich besser. Sie zwängt ihr Vorurteil in die Schablone von Sprachregelungen, die man ebenso sklavisch befolgt, wie man sie im Ton kumpaneihaften Einverständnisses belächelt. (…) Regisseurin Esther Muschols Planspiel ‘Weiße Neger sagt man nicht’ geht über die Psychogrammatik gestresster Funktionseliten hinaus. Indem eine Schwarze (Nancy Mensah-Offei) das Bewerberfeld von hinten aufrollt, lockt sie bei den Konkurrenten unschöne Regungen hervor.”
DER STANDARD

“In der Muschol-Inszenierung ist besonders gut zu erfahren, dass beim Thema Rassismus der Machtfaktor die allergrößte Rolle von allen spielt. Wer oben ist, muss politisch nicht korrekt sein, wer unten kriecht, sollte sich darob umso mehr bemühen. Die Menschenwürde bleibt dabei auf der Strecke. (…) ‘Weiße Neger sagt man nicht’ ist vergnüglich und im höchsten Maße aufwühlend zugleich. Diese emotionale Extramischung mit einer herausragenden schauspielerischen Ensembleleistung sollte man sich nicht entgehen lassen.”
EUROPEAN CULTURAL NEWS

“Mit der Entlarvung Titanias nimmt der Abend (…) Fahrt auf, und wo er sagt, Anbiederung ist Rassismus in grauslichster Form, ist er am stärksten. (…) Wie die Aufführung die üblichen Verdächtigen, Karrieristen aller Länder vereinigt euch! als arme Würschtln entlarvt, das hat viel mit Wirtschaftssatire zu tun – hätte aber auch ohne Schwarzweißmalerei funktioniert.”
MOTTINGERS MEINUNG

”‘Weiße Neger sagt man nicht’ zeigt die perversen Logiken der neoliberalen Arbeitswelt auf managerieller Ebene. Dabei wird das in der deutschsprachigen Gesellschaft inhärente rassistische Wissen in der Bevorzugung seines humoristischen Potenzials für ein sozial-liberales, bürgerliches Publikum inszeniert. Scharfe Gesellschaftskritik am zeitgenössischen Theater sieht anders aus.”
NEUE WIENER THEATERKRITIK