Slum-TV

Slum-TV wurde in Mathare gegründet, einem Slum in Nairobi, in dem 500.000 Menschen leben. Wir produzieren und verbreiten lokales audiovisuelles Material. Das reicht von Reportagen, erstellt von einheimischen Journalisten, bis hin zu Dramen und Komödien, entworfen von Jugend-Theatergruppen. Der Inhalt konzentriert sich auf den regionalen Rahmen und behandelt hiesige Themen auf unterschiedliche Weise.
Das Material wird zusammengetragen und monatlich an öffentlichen Plätzen Mathares gezeigt. Dadurch funktioniert es wie eine Wochenschau und liefert den SlumbewohnerInnen eine Form von Lokalnachrichten. Nachdem sie hier gezeigt wurden, werden die Inhalte auf die Website geladen, die sowohl als Archiv fungiert, als auch eine Verfügbarkeit für sekundäres, internationales Publikum bedeutet. Der Slum wird in den Mainstream-Medien nahezu gezielt im Zusammenhang mit Gewalttätigkeit gezeigt. Slum-TV strebt an, den SlumbewohnerInnen eine Möglichkeit zur Selbstdarstellung zu bieten, damit sie anfangen können, ihre eigenen Geschichten zu erzählen und ein differenzierteres, facettenreicheres und genaueres Porträt vom Leben im Slum zu geben.
Sam Hopkins

„Von einem künstlerischen Standpunkt aus ist Slum-TV das Gesicht der SlumbewohnerInnen. Hier können die Menschen ihre Geschichten erzählen, so wie sie es wollen. Wir erwarten nicht von BBC oder Deutsche Welle oder CNN oder einem anderen Mainstream-Sender, dass sie unsere Geschichten erzählen. Wenn diese Medien kommen, dann erzählen sie nicht die ganze Wahrheit, sie reduzieren sie. Aber Slum-TV ist da, um die wirklichen Geschichten der Menschen zu berichten, sie leben dort, sie kennen sie, sie finden die Geschichten.“
Ephantus Kariuki