DER NACHMITTAG DER LEBENDEN TOTEN

Uraufführung
Von Thomas Desi
Sehr frei nach „Night of the Living Dead“ von George A. Romero

Vorstellungen
Di 28. + zum letzten Mal Mi 29.3.2017, 20.00

“Ein ansteckender, großer Spaß mit ernstem Hintergrund.” KURIER

Der Zombie oder der lebende Tote ist neben dem Superhelden wohl die größte Ikone der Trivialkultur. Er eignet sich hervorragend, Hedonisten, Konsumenten und Smartphone-Benutzern eine mythologische Rahmung zu verpassen.

Grundlage für Thomas Desis Stück bildet der erste Zombiefilm „Night of the Living Dead“ von George A. Romero aus dem Jahr 1968. Während üblicherweise das Genre Zombiefilm mithilfe der Darstellung halbverwester Leichen nekrophile Phantasien und Schaudern vor dem Ekelhaften nährt, zeichnet sich Romeros Klassiker vor allem als psychologisches Kammerspiel einer kleinen Menschengruppe aus, die sich mit der Bedrohung durch die Untoten auseinandersetzen muss.

Eine Wohnung mit zu niedriger Decke. Eine Ansammlung von Menschen. Zusammengeworfen in Gefangenschaft. Smartphones mit leeren Akkus. Ben, Barbra, Harry, Hellen und Tom, die ProtagonistInnen des Ausgangsfilms, finden sich in Desis Version wiederum in einer klaustrischen Einrahmung wieder. In einem zu niedrig gebauten Investitionsobjekt im siebten Wiener Gemeindebezirk. Mitten in Bobostan. Leicht verzweifelte und groteske Gespräche über Wiedergeburt und vietnamesische Eier werden abgespult. Und langsam zeigt sich, dass hier ein paar alte Rechnungen beglichen werden sollen. Was als ironische Situationskomödie beginnt, steigert sich zu einer existenziellen, hysterischen Farce mit fatalem Finale. Die zunächst kultiviert wirkenden Personen entpuppen sich immer mehr als barbarische ZynikerInnen und TrägerInnen eines virtuellen Zombie-Virus. Aufgefressen werden sie von ihrer eigenen Gier, ihrem Autismus, ihrer Rücksichtslosigkeit und ihrer gegenseitigen Verachtung.

Den Innenraum, der in „Night of the Living Dead“ die letzte schützende Bastion darstellt, zum Kerker zu machen und die Zombies zur Metapher eines sozialpolitischen Klimas, ist das Ziel Thomas Desis Assoziation zum Kultfilm. Sehr witzig. Doch Vorsicht: starker Wiedererkennungsfaktor.

Dauer der Vorstellung ca. 75 Minuten

Es spielen Jens Claßen, Nancy Mensah-Offei, Raphael Nicholas, Georg Schubert, Elisabeth Veit

Text und Regie Thomas Desi
Ausstattung Alexandra Burgstaller
Dramaturgie Isabelle Uhl
Regieassistenz Renate Vavera
Kostümassistenz Anaelle Dezsy
Regiehospitanz Marie Martial-Pfefferle
Licht Hans Egger
Technik Andreas Nehr, Frank Fetzer


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