“Im Theater an der Gumpendorfer Straße setzt Dominic Oley mit dem Drama ‘Kissing Mister Christo’ einen Abenteuerroman frisch, kritisch und geistvoll um (…) Die Uraufführung am Mittwoch in Wien wurde zu Recht heftig beklatscht. Ein Quintett auf der Bühne ließ es so richtig krachen beim Melodram und schwelgte in absurder Überzeichnung. Oley inszeniert diese lange Rückblende mit leichter Hand, es entsteht eine Mischung aus Absurdem und Dada. Diese Clowns haben Narrenfreiheit in der Verbreitung bitterer Wahrheiten, sie äußern sie sprachverspielt. Machart und Text erinnern an die Stücke von René Pollesch, und zwar an die frischesten. Höchst amüsant.” DIE PRESSE

“Fünf Mimen feuern die Post-Herzblatt-Version des ‘Grafen von Monte Christo’ wie ein einziges lustvolles Maschinengewehr ab. Schrilles Poptheater zum Abbusseln.”
WIENER

“Erinnerungsflashbacks und eine Menge äußerst pubertärer Scherze sorgen für turbulente Unterhaltung jenseits der Geschmacksgrenzen. Menschen mit entsprechender Humorneigung werden daran viel Spaß haben.” FALTER

”‘Kissing Mister Christo’ im TAG führt etwas höchst Betrübliches vor: Diese Trash-TV-Terroristen, diese schmierig-schleimigen Showinisten, Herzschlitzer, Seelenausbeuter – die gibt es wirklich (…) Der Flimmerkasten als moralische Anstalt. Wer ist dein Schmerzblatt? Fragt in diesem Fall Regisseur und Texter Dominic Oley, der den Dumas’schen Schauerroman noch schauriger gemacht hat. ‘Genial daneben’ treibt der Sprachmarxist (Eigendefinition) Schabernack mit etwas, das heute Weltliteratur ist, doch als Fortsetzungsgeschichte begann. Die Schauspieler lassen ihre Figuren diesen Oberflächlichkeitsstrip bis zur völligen geistigen Nacktheit vollenden. Als Kontrapunkt legt ihnen Oley kluge Sätze in den Mund.”
MOTTINGERS MEINUNG

“Michaela Kaspar, die man auch vom Theater der Jugend kennt, ist wunderbar – wie man zuletzt im TAG in der cleveren Bunuel-Variation ‘Der diskrete Charme der smarten Menschen’ feststellen konnte.”
KURIER

“Es macht jedenfalls ungeheuren Spaß, zuzusehen und zuzuhören, wenn die hehrsten Rachegefühle in einem Staccato an Pointen zu rosa Luftballons zerredet werden. Oley, der ‘Kissing Mister Christo’ geschrieben und für das TAG inszeniert hat, spielt darin virtuos auf verschiedensten Ebenen der Sprache, vom zwanghaft lustigen Witzchen der Comedy über das lächerliche Pathos des Romanciers bis zu absurder Tiefsinnigkeit. Er trifft damit punktgenau den Nerv des Publikums, das diese kleine Bühne gerade wegen ihres intelligent respektlosen Umganges mit dem Theater liebgewonnen hat. Die Schauspieler des TAG sind die Garantie dafür, dass diese Sprachkaskaden in höllischem Tempo gekonnt über die Rampe kommen.”
KULTUR UND WEIN

“So unterhaltsam das alles anzusehen ist, so erfrischend präzise und ins Detail gearbeitet es sein mag, unterm Strich scheitert der Abend an seiner eigenen Konsequenz: Dem stringent durchgezogenen Camp-Stil fehlt das Gegengewicht, das echtes Gefühl erst möglich gemacht hätte. Die Story zappelt ironisiert über den Abgrund, ohne einmal einen längeren (oder kürzeren) Blick hineinzuwerfen. Aber den Karren mit Vollgas gegen die Wand zu fahren, will auch gekonnt sein – an sprühender Energie jedenfalls fehlte es an diesem Abend nicht.”
WIENER ZEITUNG

“Dominic Oley schuf mit „Kissing Mr. Christo“ am TAG eine schrille Farce auf den mediendurchtränkten Zeitgeist, in welchem Gefühle, wenn überhaupt, nur vor der Kamera ausgepackt werden dürfen. Er präsentierte parallel dazu eine aberwitzige Fahrt auf einer sprachlichen Hochschaubahn, die mit so vielen technischen Finessen ausgestattet war, dass man, an deren Ende angekommen, sich ob der Überfülle an Ideen und wahnwitzig raschen Dialogen schwindelig fühlte. (…) Was auf den ersten Blick wie leichte Unterhaltungskost aussehen mag, ist jedoch eine bitterböse, gescheit verpackte Medienschelte aber auch eine Art Abgesang auf jene postmoderne Prämisse, nach welcher es keine großen, identitätsstiftende Geschichten mehr erzählt werden können. (…) Schrill, schriller – TAG – so lautet der Komparativ und der Superlativ für diese neue Produktion des Theaters an der Gumpendorferstraße.”
EUROPEAN CULTURAL NEWS