Arturas Valudskis und das Ensemble des TAG brillieren in Tschechows letzter Komödie – An Inszenierungen von ‚Kirschgarten’ (…) herrscht kein Mangel. Die Regie muss sich also etwas Besonderes einfallen lassen, um mit der (…) 1904 in Moskau uraufgeführten Komödie aufzufallen. Arturas Valudskis ist das auf positive Art gelungen. (…) Der Litauer hat den Vierakter äußerst klug auf 90 Minuten verdichtet. (…) Bravo! Lauter kleine Kunststücke, subtile Gesten und Musikalität. Das fein abgestimmte Ensemble weiß, wie es Emotionen weckt und bis zum großen Finale Spannung erzeugt.
DIE PRESSE


„Die makabre Stimmung im Kirschgarten (1904 uraufgeführt), der als Exempel für die veränderten Wirtschaftsbedingungen zu lesen ist, bringt Regisseur Arturas Valudskis im Wiener TAG nach klassischer Armes-Theater-Manier auf die Bühne: Eine Tür, ein Fenster und Stühle reichen aus, um das handlungsarme Familienzusammentreffen auf dem Gut in seiner absurden Unterfütterung zu zeigen. (…) Valudskis Reduktionskunst beglückt – wie schon bei der Möwe (2016) – mit herzhaften Momenten, einer Poesie des Stillstands voll absurder Kausalitäten und unheimlicher Geräusche.
DER STANDARD


„Regisseur Arturas Valudkis filetiert Anton Tschechows ‚Der Kirschgarten’ und serviert seine Textfassung als endloses, übergangsloses Gespräch. Das sechsköpfige Ensemble übernimmt acht Rollen. Eine schwerfällige Gesellschaft von unverbundenen Individuen, alle ausgestattet mit eigentümlichen Ticks. (…) Mittels kleiner, feiner Körper- und Geräusch-Komik verlebendigt Valudskis die starren Zustände.
WIENER ZEITUNG


Etwas bang konnte einem mit Blick auf die für Tschechow lächerlich gering veranschlagte Aufführungsdauer von lediglich 90 Minuten werden. Konnte das gutgehen? Um es gleich vorwegzunehmen, es kann, und wie! (…) Dass Menschen aber der Zeit unterworfen sind und sich mit Veränderungen arrangieren können, macht das Stück auch dadurch klar, dass am Ende nicht Trauer um das Verlorene überwiegt, sondern Hoffnung auf das Kommende aufkommt. (…) Eine kleine kapitalismuskritische Volte schlägt Valudskis ganz am Ende aber doch noch: (…) eine ebenso komische wie inhaltlich erschütternde Schlussszene, in der noch einmal klar wird, wie eine Kultur immer wieder durch eine andere abgelöst wird oder wie das Nutzlose heute weggeschafft wird. Trotz Streichungen und Kürzungen ein großer Tschechow-Abend.
DIE FURCHE


Derart fein gearbeitet ist der Witz, mit dem Arturas Valduskis seinen ‚Kirschgarten’ im TAG gestaltet. (…) Wie stets setzt der aus Litauen stammende Regisseur für sein schwarzes Theater, für sein – im Grotowki’schen Sinne – Armes Theater neben einer genauen Sprache auf die Körperpräsenz seiner Schauspieler. (…) Valudskis erschafft poetische Bilder. Er verzaubert Tschechow. (…) Eine Erinnerung ans Verlorenhaben. Das sind Momente, in denen Valudskis die Situationskomik und den Wortwitz innehalten und die Tschechow’sche Melancholie zu ihrem Recht kommen lässt. Behutsam, beinah nur im Unterbewussten, platziert Valudskis diese Botschaften. (…) Die Intensität, mit der das alles abläuft, ist hoch.
MOTTINGERS MEINUNG


„Derzeit ist ‚Der Kirschgarten’ gleich zwei Mal zu sehen: am Grazer Schauspielhaus und im Wiener Theater an der Gumpendorfer Straße. Da wie dort hat man (…) die Geschichte rund um das verschuldete Landgut der Ranjewskaja auf eine abstraktere Ebene zu heben versucht. (…) Valudskis setzt auf Übertreibung, Slapstick-Einlagen und absurde Momente. Der uralte Diener Firs z. B. wird von einem betont jungen Schauspieler verkörpert (Raphael Nicholas brabbelt grandios). Warum Georg Schubert als selbstgefälliger Gajew aber eine Rede auf die Tür (statt auf den Schrank) halten lässt, bleibt unverständlich.“
KURIER


„Ein engagiertes Team spielt teilweise sogar akrobatisch und genau. Bei dieser flotten Inszenierung gibt es immer was zum Schauen. Der Star des Abends ist aber die Türe, die einfach so im Raum steht.“ WIEN LIVE – DAS STADTMAGAZIN


„Was Anton Pawlowitsch Tschechow für mindestens zweieinhalb Stunden russischer Breite angelegt hat, schafft Arturas Valudskis im TAG locker in 90 Minuten und kommt dabei mit sechs Schauspielern aus, die einen guten Teil der 14 Rollen bestreiten. Es wurde einfach viel gescheites Gelaber gestrichen und die Ignoranz dem eigenen Untergang gegenüber betont. Dazu kommen Gags auf einem Niveau, wie man es vom TAG und seinen stets außergewöhnlichen Literatur-Bearbeitungen erwartet.
KULTUR UND WEIN