Achtung VORSTELLUNGSABSAGE am Mo 27.2.2017*


(EIN) KÄTHCHEN.TRAUM

oder Der seltsame Fall aus Heilbronn


Uraufführung
Von Gernot Plass
Frei nach „Das Käthchen von Heilbronn“ von Heinrich von Kleist

Vorstellungen Di 28.2.2017, 20.00
Fr 3., Sa 4., Mo 6., Mi 8., Do 9. + Fr 31.3.2017, 20.00
Sa 1. (anschl. Publikumsgespräch), Mo 3., Di 4., Mo 24. +
Di 25.4.2017, 20.00

*Vorstellungsabsage
Die Vorstellung von (EIN) KÄTHCHEN.TRAUM am Montag, den 27. Februar 2017, muss aus dispositionellen Gründen leider abgesagt werden. Danke für Ihr Verständnis!
Bereits gekaufte Karten behalten ihren Wert. Sie können diese gegen Karten für einen anderen Termin eintauschen oder sich den Kaufpreis an der TAG-Kassa rückerstatten lassen.
Die TAG-Kassa ist an Spieltagen ab 16 Uhr bis Vorstellungsbeginn geöffnet. Für Rückfragen erreichen Sie uns unter 01/586 52 22 oder karten@dasTAG.at.

“Wie nennt man das? Empfindung? Wahnsinn?”

Würde man es mit hartem, aufgeklärten Blick lesen, dann wäre das „Käthchen von Heilbronn“ üble romantisierende Propaganda. Dieser Text steht im Verdacht, die Vorstellung von der Vorbestimmtheit der großen Liebe des Lebens durch den Ratschluss der Engel in Millionen Köpfe empfindsamer deutscher Bürgerkinder gesenkt zu haben. Heinrich von Kleist wäre nach diesen Maßstäben ein Verrückter. Seine konsequente Haltung, den Somnambulismus metaphysisch zu deuten, sein brüllendes Verlangen nach Intensität der Liebesbeziehung, nach Steigerung, Überhöhung, Übertreibung ließ ihn ja nicht nur derlei Dramen verfassen, sondern trieb ihn letztlich sogar in den Selbstmord.

Was liegt vor? Ein Märchen, in dessen Fortgang Cherubime walten, Nebenbuhlerinnen zu technisch aggregierten Monstern stilisiert werden, deutsche Kaiser ex machina emergieren, eigene Verfehlungen eingestehen und ein rechtschaffenes Mägdlein emporheben. Dieses lässt sich im Bezug auf die ihr zugeraunten Prophezeiungen nicht und nicht beirren, bis ihr nichts mehr fehlt zum höchsten Glück: die Heirat mit dem ihr vorherbestimmten „Märchenprinz“ samt Erhebung in den Adelstand ganz nebenbei. Und gleichzeitig ist dieses Märchen eine frühe Erkundung der später entdeckten und als „das Unbewusste“ bezeichneten Nachtseite menschlicher Seelenökonomie.

So weit, so „modern“. Wie dem beispringen? Heute? Sollte man das verteidigen? Sind wir nicht alle verborgene RomantikerInnen? Gernot Plass versucht eine Neudeutung und Überschreibung dieses dramatischen Filetstücks deutscher Ritter-Romantik und führt die Handlung zunächst über eine mafiöse Groteske in einen nervenzerfetzenden Psychothriller, um sie in eine kafkaeske Höllenfahrt fortzutreiben, bis er sich schließlich mit der Romantik in nächster Ordnung wieder versöhnt. Love is in the air! Taschentücher mitnehmen.

Es spielen Alexander Braunshör, Jens Claßen, Sven Kaschte, Nancy Mensah-Offei, Raphael Nicholas, Georg Schubert, Elisabeth Veit

Text und Regie Gernot Plass
Ausstattung Alexandra Burgstaller
Bühnenmalerei Arno Popotnig
Sound Dr. Plass
Chor-Arrangement und Einstudierung Andrés García
Maske Beate Lentsch-Bayerl
Regieassistenz Renate Vavera
Regiehospitanz Benjamin Seidl
Ausstattungshospitanz Elisabeth Leeb
Kostümbetreuung Daniela Zivic
Ton und Projektion Peter Hirsch
Licht Hans Egger
Technik Andreas Nehr, Frank Fetzer


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