Zickenterror: Der Teufel ist eine Frau

Zwei Frauen, zwei Standpunkte. Die eine ist rücksichtslose Egoistin, die andere selbstlos und aufopfernd. Zuerst versuchen beide Kontrahentinnen noch sachlich zu diskutieren, doch bald gerät die künstlich geschaffene “Club 2”-Atmosphäre außer Kontrolle. Das Streitgespräch mündet in leidenschaftlich geführtem Schlagabtausch.

In “Ego go” herrscht purer Zickenterror. Fest steht: Der Teufel ist eine Frau, sei es im Büro oder im Familienkreis. Hille Beseler ist derart altruistisch, dass es schon weh tut. Stets ein seliges Lächeln im Gesicht geht sie ganz in ihrer Rolle als Dienerin am Gemeinwohl auf. Das Wort “ich” ersetzt sie durch “unsereins”, den Blick richtet sie demütig zu Boden oder gen Himmel. Nur ein Heiligenschein fehlt noch zur perfekten Inszenierung.

Barbara Horvath hingegen ist herrlich rücksichtslos. Wie eine Planierraupe schaufelt sich die knallharte Karrierefrau ihren Weg frei. Ellbogentechnik ist ihr zweiter Vorname. Sie kann alles, versteht alles, hat immer Recht. Alles an ihr schreit “Ich zuerst!”.

Mit “Ego go” ist Dana Csapo trotz Schwächen im Timing eine flotte Inszenierung gelungen. Zuletzt stellt sich die Frage: Wer ist egoistischer? Die Selbstlose oder die Selbstverliebte?

von Helene Kurz, Wiener Zeitung