„Eines Tages wacht man auf und weiß, man muss fort, selbst wenn es nur um die Ecke ist.“

An einem heißen Tag im Sommer sperrt eine Frau ihre zwei kleinen Söhne in ihr Zimmer, spült den Schlüssel im Klo hinunter, verlässt die Wohnung und wird für 13 Tage nicht zurückkehren.
13 Tage, an denen die Mutter aus ihrem Leben flüchten möchte und die sie doch nur um die Ecke ihrer Wohnung bei ihrem Liebhaber verbringt.
13 Tage, an denen sie immer wieder versucht, nach Hause zurückzukehren, aber der Weg dorthin unmöglich scheint.
13 Tage, in denen ihre Söhne verdursten.


Nach Motiven eines authentischen Falles beschreibt Michael Kumpfmüller in seinem Roman “Durst” dreizehn schwere Tage einer jungen Mutter und legt mit kühlem, niemals anklagendem Blick ihr mörderisches Versagen frei.
Das TAG bringt Kumpfmüllers Roman in einer Fassung für vier Frauen auf die Bühne und wirft existenzielle gesellschaftspolitische Fragen auf, die abseits der aktuellen „Unterschichten-Debatte“ der Medien zu beantworten sind.
Denn „DURST“ ist keine Geschichte über einen kaltblütigen milieubedingten Mord einer jungen Mutter. Es ist eine Geschichte über Vernachlässigung und Überforderung, gesellschaftliche Kälte und kollektiven Egoismus.

Vorstellungsdauer: 75 Minuten, keine Pause

Romanrechte: Kiepenheuer & Witsch
Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag