© Anna Stöcher

DIE BLENDUNG

Von Elias Canetti
In einer Bühnenfassung von Margit Mezgolich

Premiere
Sa 5.3.2016, 20.00

“Die Weiber gehören totgeschlagen. Alle wie sie sind.“

Die Liste der ungelesenen Klassiker ist lang. Die Liste derer, die es zu Unrecht sind, kürzer. Margit Mezgolich holt einen der größten österreichischen Romane des 20. Jahrhunderts aus diesem Schatten und bringt eine Fassung auf die Bühne des TAG, die ihren Fokus auf den skurrilen Humor und sein komödiantisches Potenzial setzt.
Das Fesselnde an Canettis Roman „Die Blendung“ ist weniger der Plot – die Geschichte eines weltabgewandten Privatgelehrten, der von seiner geldgierigen Umwelt ausgenützt, betrogen und schließlich zerstört wird –, als vielmehr Canettis über die Maßen groteske Figuren. Der Kampf, den diese miteinander führen, geht an und über die Grenzen des Wahnsinns. Sie alle sind sowohl erschreckend gewöhnlich sowie zur gleichen Zeit irrwitzig schräg.
Canetti zeigte die beklemmende Beschränktheit des Einzelnen auf seinen eigenen Horizont und die Unfähigkeit zu wirklicher Auseinandersetzung mit einem Gegenüber auf, lange bevor diese Phänomene aktuell wurden. Das daraus resultierende ständige Aneinander-Vorbeireden und die hohe Skurrilität der Figuren liefern Margit Mezgolich die Grundlage für einen grotesk-komischen Theaterabend, der uns gleichzeitig einen Erkenntnisschauer über die menschlichen Abgründe den Rücken hinunterjagt.

Dauer der Vorstellung ca. 100 Minuten

Es spielen Alexander Braunshör, Jens Claßen, Georg Schubert, Petra Strasser und Elisabeth Veit
sowie Melanie Frauendienst/Sandra Moser, Bernhard Kobler, Elisabeth Koller, Horst Lenes und Marie Pfefferle

Text und Regie Margit Mezgolich
Ausstattung Alexandra Burgstaller
Dramaturgie Tina Clausen
Regieassistenz Laura Tontsch
Musikalische Betreuung Gerald Resch
Maske Beate Lentsch-Bayerl, Christina Wandl, Gabi Ofner
Ton Peter Hirsch
Licht Hans Egger
Technik Andreas Nehr, Frank Fetzer, Jonas Herster


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