„Das Pulverfass wird erst morgen explodieren, aber dann wird es einen fürchterlichen Krach geben.“

Zum Stück:
Die Damtschacher Fassung beruht auf der Idee, dass die Musik Auslöser und Katalysator der „Fledermaus“-Handlung ist. Durch die Musik werden unbeteiligte Personen in Verwicklungen hineingezogen, die der originalen Geschichte zwar ähnlich sind, der Neukomposition entsprechend hier aber ganz eigene Wege gehen und mit der Bekanntheit des Originals und der Bühnensituation spielen. Die vier Schauspieler schlüpfen in die Rollen der Rosalinde, des Eisenstein, der Adele und des Gefängnisdirektors Frank, während die Musiker sich nicht nur musikalisch, sondern auch als Tenor Alfred, Prinz Orlofsky, Adeles Schwester Ida und Gefängniswärter Frosch einmischen. W. Vincenz Wizlsperger, bekannt als Textdichter des „Neuen Wienderliedes“, liefert als Frosch seine eigene dichterische Version dieser berühmten Sprechrolle.

Oskar Aichinger über das Komponieren von „Fledermaus returns!“
„Zuerst lese ich nur den Text, versuche den Sprachrhythmus zu verstehen, nehme die Worte in den Mund und lasse mich selbst singen, möglichst absichtslos. So entsteht eine rudimentäre Melodik, ein Anfang ist gefunden. Die Sache komponiert sich dann bis zu einem gewissen Grade von selbst, man sollte sich nur nicht zuviel einmischen … Bei manchen Textstellen kommt einem der Strauss allerdings so massiv in die Quere, dass es unmöglich ist, ihn zu verdrängen: ‚Glücklich ist, wer vergisst’. Hier gibt es vier Möglichkeiten: 1. Ein Originalzitat, das kurz aufleuchtet und wieder verschwindet. 2. Ein bewusstes Ganz-Anders-Machen, sodass auch der Hörer mitbekommt: da hat sich einer dagegen gestemmt. 3. Eine Verfremdung, also die postmoderne Variante der Dekonstruktion, unerträglich, wenn zu häufig angewendet, weil zu oft gehört. 4. Das Original zum Abschuss freigeben, d.h. Improvisation. Nachdem die Musiker hier alle aus der Improvisationsszene kommen, wäre es geradezu dumm, dieses Element auszusparen. Allerdings möchte ich die Kontrolle über die Form behalten, meine Verantwortung als Komponist und Konzeptionist wahrnehmen. Dafür darf man mich hinterher auch prügeln.“

„Komm mit mir zum Souper,
Es ist ganz in der Näh.
Eh du in der stillen Kammer
Laborierst am Katzenjammer,
Mußt du dich des Lebens freun,
Ein fideler Bruder sein!“

„Schaut’s mal gescheit ins Textbüchel: der Champagner ist an allem schuld!“


„Das ist doch nicht die „Fledermaus“!“

Oskar Aichinger
Geboren 1956, aufgewachsen in Attnang-Puchheim/OÖ. Montanistikstudium in Leoben, Musikstudium in Salzburg. 1984–86 Ballettkorrepetitor an der Wiener Staatsoper.
Seit 1990 vorwiegend als Pianist/Improvisator an der Schnittstelle Jazz/Neue Musik tätig. Versteht sich selbst als “performing composer”. Als Komponist Auftragsarbeiten für das Klangforum Wien, Ensemble XX. Jahrhundert, Koehne-Quartett, sirene-Operntheater u.v.a., als Pianist und Bandleader Konzerte in ganz Europa, USA und Israel.
Zahlreiche CD-Veröffentlichungen, zuletzt “Cosmos Lutoslawski” (2008), die mit dem Pasticciopreis ausgezeichnet wird, und “Wean Jazz” (ORF 2009). 2008 Komponistenporträt von Ö1 und Jeunesse im Radiokulturhaus, 2009 Uraufführung der Kammeroper “Der entwendete Taler”. Einige Arbeiten für das Wienerlied-Festival “Wean hean”. Kompositionen für Tanztheater (Maja Slattery und Compagnie Smafu).
Seit 2004 Klavierpartner von Franz Koglmann. Zusammenarbeit mit Paul Skrepek, Achim Tang, Walter Malli, Hans Steiner, Max Nagl, Lorenz Raab, Martin Siewert, Burkhard Stangl Stefan Németh, Christof Dienz, Wolfgang Reisinger, Michael Moore, John Edwards, Derek Bailey u.v.m.

„Täubchen, das entflattert ist,
stille mein Verlangen,
Täubchen, das ich oft geküßt,
Lass dich wieder fangen!“

Johann Baptist Strauss (Sohn)
geboren am 25. Oktober 1825 in Wien, gestorben am 3. Juni 1899 in Wien war österreichischer Kapellmeister und Komponist und wurde als „Walzerkönig“ international geschätzt.

„Wo alle küssen, werd ich’s auch müssen.“

„Trinke Liebchen, trinke schnell,
Trinken macht die Augen hell,
Sind die schönen Äuglein klar,
Siehst du alles licht und wahr.“

„Glücklich ist, wer vergisst,was doch nicht zu ändern ist!“