Das TAG meldet sich aus der Corona-Isolation mit einem Hörspiel zu Wort

Die Uraufführung von DAS WACHZIMMER von Gernot Plass wurde vom TAG-Ensemble per Konferenzschaltung aufgenommen.

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Was ist Wahrheit? Wie wird sie definiert? Wer hat die Deutungshoheit? Wessen Erzählung wird geglaubt? Wer zweifelt daran? Und warum? Gibt es im sozialen Miteinander von Menschen überhaupt so etwas wie Wahrheit? Fragen, die in der aktuellen Ausnahmesituation, vor dem Hintergrund der verschiedenen Welt- und Krisenerzählungen immer virulenter werden.

Gernot Plass, künstlerischer Geschäftsführer des TAG, hat zu diesen Fragen einen dramatischen Text geschrieben: DAS WACHZIMMER. Als Inspiration diente ihm dafür Akira Kurosawas weltberühmter Film "Rashomon". Eine Geschichte – vier Perspektiven. Ein Vorfall – vier unterschiedliche Wahrnehmungen desselben. Das TAG hat DAS WACHZIMMER nun als dreiteiliges Hörspiel produziert.

Wie bitte – ein Hörspiel? Ja, ein Hörspiel. Das TAG hat sich als Sprechtheater bewusst dagegen entschieden, die lange Zeit der kulturellen Entbehrungen mit einem Wechsel zu "Theater aus der Konserve" zu füllen. Das Wesen des Theaters ist unserer Meinung nach das Unmittelbare des Zusammenseins in einem Raum – gemeinsam mit lebendigen, atmenden und ja, auch manchmal hustenden Menschen. Theater lebt von der immer wieder neuen Entstehung im Augenblick und von der direkten Wechselwirkung zwischen Publikum und SpielerInnen.

Nach längeren Überlegungen, was man dennoch tun könnte, um sein Publikum zu (unter)halten, entstand im TAG die Idee, ein Live-Hörspiel zu produzieren. Die Produktion erfolgte nicht auf herkömmlichem Wege in einem Tonstudio, sondern unter den außergewöhnlichen Bedingungen der Gegenwart: Die SchauspielerInnen des TAG-Ensembles saßen alleine in ihren Home Offices vor den Computern in Konferenzschaltung. Die einzelnen Tonaufnahmen selbst wurden parallel mit dem eigenen Handy aufgenommen und zusammengefügt. In vielen Proben und mit erfinderischen Lösungen für eine bestmögliche technische Ausführung entstand letztlich diese außergewöhnliche TAG-Produktion, die die Zeit des Wartens auf lebendiges Theater verkürzen soll.

Erzähler | Viktor | Pater Nikolaus Georg Schubert
Zeuge Franz Raphael Nicholas
Frau Elisabeth Michaela Kaspar
Polizistin | Frau Tiefenbach Lisa Schrammel
Polizist Jens Claßen

Text und Regie Gernot Plass
Tonregie Peter Hirsch
Musik Dr. Plass
Dramaturgie Tina Clausen
Regieassistenz Renate Vavera


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